Projekttypen und Indikatorik

Projekttypen und Indikatorik

Hier stellen wir Ihnen unsere Projekttypen vor und wie wir sie erstellen.

Streuobstwiese

Ziel des Projekttyps ist es, zum Erhalt wertvoller Streuobstwiesen als Teil einer vielfältigen Kulturlandschaft beizutragen. Wir wollen, dass Streuobstwiesen für Menschen erleb- und nutzbar bleiben und als Lebensraum für eine große und zum Teil stark gefährdete Artenvielfalt erhalten werden. Sie stellen oft eine genetische Vielfalt mit alten, regionaltypischen Obstsorten bereit. Streuobstwiesen können dadurch zu den wertvollsten Lebensräumen der Kulturlandschaft gehören. Ohne eine Honorierung dieser nicht marktüblichen Leistungen ist eine Nutzung von Streuobstwiesen meist kaum rentabel. Viele Streuobstwiesen befinden sich daher in keinem guten Zustand. Sie sind oft so verbuscht, mit abgängigen Bäumen und Bäumen ohne Pflegeschnitt bestanden, dass der Naturschutz-, aber auch der Ertragswert stark reduziert ist.

Blühstreifen

Im Projekttyp „Blühstreifen und Blühflächen“ steht die Entwicklung einer besonders blüten- und strukturreichen Vegetation auf Ackerflächen im Mittelpunkt. Blütenreiche Flächen bieten einen unverzichtbaren Lebensraum für blütenbesuchende Insekten und leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung bestäubender Arten.

Darüber hinaus profitieren auch zahlreiche weitere Tierarten von artenreichen Blühflächen. Sie bieten einen störungsarmen Lebensraum und sind – gut in die umgebende Landschaft eingebunden – ein wichtiges Element zur Vernetzung unterschiedlicher Lebensräume. Der hohe Reichtum an Wirbellosen wirkt sich positiv auf gefährdete Vogelarten der Agrarlandschaft aus, wie etwa Rebhuhn und Grauammer.

Voraussetzung für den Erfolg der Maßnahme sind die Aussaat besonders blumenreicher Kräutermischungen sowie eine extensive Bewirtschaftung. Mehrjährige Blühflächen bieten dabei besondere Vorteile: Durch die geringe Störung über die gesamte Projektlaufzeit können sie ein Reifestadium erreichen, das für viele Insektenarten besonders wertvoll ist.

Eine Nutzungsruhe von April bis September stellt sicher, dass sich die auf den Flächen lebenden Tiere ungestört entwickeln können.

Hecken

Hecken, Feldgehölze und auch mit Gehölzen bestandene Feldraine sind keine zufälligen Elemente unserer Kulturlandschaft. Sie konnten sich an einigen Stellen der offenen Landschaft durch natürliche Sukzession entwickeln – allerdings nur dort, wo kein anderes Nutzungsziel verfolgt wurde oder Gehölzaufwuchs nicht als störend empfunden wurde.

Viele dieser von Gehölzen geprägten Landschaftselemente sind bereits sehr alt und stellen wertvolle Zeugnisse der Kulturlandschaftsgeschichte dar. Daneben gibt es zahlreiche historische Hecken, die bewusst angelegt wurden – zu einer Zeit, in der sie als Holzrohstoff, Windschutz oder zur Abgrenzung von Flächeneigentum eine zentrale Rolle spielten. Auch in jüngerer Zeit wurden Hecken gezielt neu angelegt, insbesondere aus Gründen des Umwelt- und Naturschutzes.

Unabhängig von ihrem Alter oder ihrer Entstehung benötigen gehölzdominierte Landschaftselemente – ebenso wie die zugehörigen Saumbereiche aus Gras und Kräutern – eine regelmäßige und fachgerechte Pflege. Sowohl die Pflege bestehender Strukturen als auch die Neuanlage von Hecken und Feldrainen können über ein AgoraNatura-Projekt finanziert werden.

Die Projekttypen bei AgoraNatura folgen einer klaren fachlichen Logik:

Jeder Projekttyp entsteht aus der gezielten Verknüpfung eines Naturraums mit Naturleistungen. Tabelle Projekttypen und Indikatorik.png

Dort, wo sich Naturraum und Naturleistung kreuzen, entsteht eine konkrete Kombination – und genau diese Kombination bildet die Grundlage für einen Projekttyp. Grafik Projekttypen und Indikatorik.png Von der Kombination zu messbaren Indikatoren

Um ein hohes Maß an Vergleichbarkeit zu erreichen und dennoch der Individualität jedes Naturraumes gerecht zu werden, werden für jede Kombination aus Naturraum und Naturleistung eigene, passgenaue Indikatoren definiert, die erreicht und dokumentiert werden sollen.

So stellen wir sicher, dass wir Indikatoren abfragen, die typisch und wirksam für den Naturraum Streuobstwiesen sind.