KI und Citizen Science gestütztes Monitoring von zertifizierten Biodiversitätsprojekten

KI und Citizen Science gestütztes Monitoring von zertifizierten Biodiversitätsprojekten

Im Verbundprojekt KICS‑Zert entsteht ein skalierbares KI‑Tool, das Biodiversität und Ökosystemleistungen (BES) in Agrarlandschaften schnell, praxisnah und standardfähig erfassbar macht – direkt per Smartphone‑Foto oder ‑Video. Ziel ist es, belastbare Indikatoren für Nachhaltigkeit und Zertifizierung bereitzustellen und diese perspektivisch in digitale Prozesse zu integrieren.

Worum geht es im Projekt?

Damit Naturschutz- und Biodiversitätsmaßnahmen in der Fläche wirksam gesteuert werden können, braucht es Monitoring, das verlässlich und zugleich niedrigschwellig ist. KICS‑Zert entwickelt dafür eine KI, die ökologische Vielfalt über mehrere Artengruppen hinweg bewertet (z. B. Pflanzen, Insekten, Vögel), Lebensraum‑Strukturen und Habitat‑Komplexität erfasst und daraus robuste Indikatoren ableitet. So wird aus einem einfachen Bild oder kurzen Video eine auswertbare Datengrundlage – geeignet für Praxis, Forschung und Zertifizierungslogiken.

Wie funktioniert das KI‑Tool?

Das System wird mit einem der größten Citizen‑Science‑Biodiversitätsdatensätze Deutschlands trainiert. Anschließend wird die Methode in elf Experimentierflächen getestet, um Genauigkeit, Robustheit und Praxistauglichkeit unter realen Bedingungen zu prüfen. Im Anschluss wird das Tool in den AgoraNatura Online‑Marktplatz integriert – damit Monitoring‑Daten direkt in digitale Workflows für Projektbegleitung, Reporting und Zertifizierung einfließen können.

Akzeptanz, Standards und Rahmenbedingungen

Parallel zur technischen Entwicklung untersucht das Projekt, unter welchen Bedingungen KI‑gestütztes Monitoring in der Praxis akzeptiert wird. Dabei geht es um Fragen wie: Welche Transparenz braucht die Auswertung? Welche Nachvollziehbarkeit erwarten Anwenderinnen und Anwender? Und wie können Standards sowie institutionelle Rahmenbedingungen eine breite Anwendung unterstützen? Diese Erkenntnisse sind entscheidend, damit das Tool nicht nur funktioniert, sondern auch langfristig genutzt wird – in Betrieben, Projekten, Programmen und bei Partnerorganisationen.

Rolle von AgoraNatura

Im Projekt KICS‑Zert bringt AgoraNatura die Praxisperspektive in die Entwicklung eines neuen BES‑Indikatorensystems und eines KI‑gestützten Tools für Biodiversitäts‑Monitoring ein. Wir prüfen fortlaufend, wie gut die Indikatoren und Auswertungen in echten Anwendungsfällen funktionieren – von der ersten Prototyp‑Phase bis zur Nutzung im Regelbetrieb unserer Monitoring‑ und Zertifizierungsprozesse.

Gemeinsam mit dem ZALF und den Projektpartnern testen wir:

  • welche Ergebnisse die Methode liefert und wie stabil sie über Standorte und Bedingungen hinweg ist,

  • wie nutzerfreundlich die Anwendung im Feld funktioniert,

  • wie effizient sich die Methode für größere Programme skalieren lässt.

Aus den Erprobungen entstehen konkrete Fallstudien, Empfehlungen zur Weiterentwicklung (z. B. weitere Ökosysteme oder zusätzliche Erfassungsmethoden) sowie Anforderungen für die technische Integration in digitale Abläufe und Anwendungen.

Ergebnisse & Nutzen (für Praxis und Marktplatz)

KICS‑Zert zielt auf einen messbaren Mehrwert in drei Bereichen:

  • Praxisnähe: schnellere, niedrigschwellige Datenerhebung direkt im Feld.

  • Verlässlichkeit: belastbare Indikatoren als Grundlage für Steuerung, Vergleichbarkeit und Qualitätssicherung.

  • Integration: Anschlussfähigkeit an Monitoring‑, Reporting‑ und Zertifizierungsprozesse – bis hin zur Einbindung in den AgoraNatura‑Marktplatz.

Projektdetails

Laufzeit: 01.12.2024 bis 30.11.2027

Projektpartner: ZALF und Verbundpartner (Liste folgt/aufklappbar)

Gefördert durch: (Fördermittelgeber ergänzen)