EIP‑Agri (Eco‑Agri): Ökosystemleistungen als Betriebszweig in Land- und Forstwirtschaft
EIP‑Agri (Eco‑Agri): Ökosystemleistungen als Betriebszweig in Land- und Forstwirtschaft
Im EIP‑Agri‑Verbundprojekt wird untersucht, wie Umwelt‑ bzw. Ökosystemleistungen künftig als eigenständiger Betriebszweig in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben entwickelt und praktisch umgesetzt werden können – mit praxistauglichen, digitalen Prozessen für Dokumentation, Bewertung und Monitoring.
Worum geht es im Projekt?
Viele Betriebe erbringen bereits heute Umweltleistungen – häufig ohne ein einheitliches System, das Maßnahmen, Flächen, Monitoringdaten und Nachweise so zusammenführt, dass daraus eine skalierbare „Inwertsetzung“ entstehen kann.
Das Projekt prüft deshalb, welche digitalen Strukturen nötig sind, um Maßnahmen sowie Flächen‑, Betriebs‑ und Monitoringdaten konsistent abzubilden, Ökosystemleistungen nachvollziehbar zu dokumentieren und zu bewerten und daraus Anforderungen für spätere Anwendungen abzuleiten.
Was wird pilotiert?
Im Projekt werden digitale Prozesse entlang eines realen Praxis‑Setups erprobt – mit kontinuierlichem Feedback aus Betrieben, Beratung und weiteren Akteuren.
Im Mittelpunkt stehen dabei: digitale Abbildung von Maßnahmen/Flächen/Betrieb, Monitoring und Nachweisführung, Praxistauglichkeitstest der Strukturen und Ableitung der Funktionen, die später für eine echte Inwertsetzung erforderlich wären.
Der im Projekt beprobte Anwendungsfall ist ein Crowdsourcing‑Modell: Budgets kommen von Unternehmen oder institutionellen Partnern, und die Plattform unterstützt die strukturierte Prozessführung sowie die Dokumentation für Monitoring‑Reporting‑Verifikation (MRV).
Rolle von AgoraNatura
AgoraNatura bringt das eigene Plattform‑ und Standard‑Know‑how ein, um Zertifizierungs‑ und Abwicklungsprozesse im Praxisbetrieb zu testen und zu verfeinern.
Ein zentraler Mehrwert ist, dass echte Praxisdaten direkt in die (Weiter‑)Entwicklung der Plattformlogik einfließen und Prozesse dadurch risikoarm erprobt werden können, weil die Finanzierung der Maßnahmen im Projektkontext bereits gesichert ist.
Fachliche Grundlage ist der Naturplus‑Standard, der Naturschutzmaßnahmen in eine systematische Beschreibung von Natur‑ bzw. Ökosystemleistungen übersetzt und so die Basis für die MRV‑Logik schafft.
Digitale Umsetzung (Plattform & Architektur)
Im Projekt koordiniert AgoraNatura die Plattformentwicklung (Arbeitspaket 4) mit dem Ziel, digitale Prozesse zur Inwertsetzung im Landnutzungssektor zu standardisieren, skalierbar zu gestalten und über MRV nachvollziehbar zu machen.
Die Zielarchitektur trennt bewusst einen öffentlichen Webbereich (Transparenz, Kommunikation) von einem internen Arbeitsbereich für die operative Abwicklung (Erfassung, Prüfung, Dokumente, Projektadministration, Reporting/MRV).
Die Plattform ist modular und „API‑first“ gedacht, sodass Programme/Workflows wiederverwendbar sind und spätere Erweiterungen (z. B. georeferenzierte Daten, digitale Vertrags- oder Zahlungsprozesse) technisch vorbereitet werden können.
Projektverbund & Projektdetails
Titel:
„Eignung von Umweltleistungen als Betriebszweig für Land‑ und Forstwirte“
Leadpartner:
Universität Münster, Institut für Entrepreneurship
Weitere OG‑Partner:
Stiftung Westfälische Kulturlandschaft (SWK), Westfälisch‑Lippischer Landwirtschaftsverband (WLV) sowie vier land-/forstwirtschaftliche Praxisbetriebe (Berghof GbR, Holle, Hagedorn, Gutsverwaltung Rheder).
Zielregion:
Ostwestfalen‑Lippe (NRW).
Laufzeit:
01.10.2024 – 30.06.2027.
Gefördert durch:
EIP‑Agri fördert Innovationen und den Transfer in Land‑/Forst‑/Ernährungswirtschaft über Operationelle Gruppen (Bottom‑up‑Prinzip).
Hinweis zur Förderstruktur (NRW): EIP‑Agri‑Projekte werden im Rahmen des GAP‑Strategieplans unterstützt.